
Eine unvorsichtige Übermittlung einer Passkopie setzt den Inhaber einem direkten Risiko der Identitätsdiebstahl aus. Bevor Sie eine Seite reproduzieren, empfehlen wir, genau zu überprüfen, was der Antragsteller verlangen darf, und die sichtbaren Daten auf das unbedingt Notwendige zu beschränken.
Recht des antragstellenden Organs: Vollständige oder teilweise Kopie des Passes verlangen
Nicht jede Anfrage nach einer Passkopie ist in gleichem Maße legitim. Nach französischem Recht ist die Beglaubigung einer Kopie geregelt und auf bestimmte Fälle beschränkt, hauptsächlich wenn das Dokument für eine ausländische Behörde bestimmt ist.
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Ein Vermieter, ein Telekommunikationsanbieter oder eine Online-Plattform, die eine vollständige Kopie Ihres Passes verlangt, überschreitet oft den rechtlichen Rahmen. Das Prinzip der Datenminimierung, das aus der DSGVO stammt, verlangt, dass nur die Informationen gesammelt werden, die für den angegebenen Zweck unbedingt erforderlich sind.
Konkrete beobachten wir drei verschiedene Situationen:
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- Die ausländische Behörde verlangt eine beglaubigte Kopie: Die Anfrage ist gerechtfertigt, und die Beglaubigung erfolgt über das Rathaus (nach Terminvereinbarung, mit Vorlage des Originals) oder durch einen Notar.
- Eine französische Privatorganisation verlangt eine „beglaubigte Kopie“: Diese Terminologie hat in Frankreich für Dokumente, die von einer französischen Behörde ausgestellt wurden, keinen rechtlichen Wert mehr. In den meisten Fällen reicht es aus, eine einfach lesbare Kopie bereitzustellen.
- Ein ausländischer Dienstleister oder eine Botschaft verlangt eine beglaubigte Kopie: Überprüfen Sie, ob das betreffende Land Unterzeichner des Haager Übereinkommens ist, in diesem Fall kann eine Apostille die Legalisierung ersetzen.
Bevor Sie irgendetwas senden, empfehlen wir, schriftlich die rechtliche Grundlage anzufordern, auf der das Organ seine Anfrage stützt. Eine konforme Passkopie sollte erst nach dieser Überprüfung erstellt werden.

Seiten des Passes, die reproduziert werden sollen: MRZ-Bereich, Erwähnungen und zu maskierende Daten
Die vollständige Reproduktion des Passes ist selten gerechtfertigt. Die Identitätsseite (Seite 2 oder 3 je nach Modell) enthält den MRZ-Bereich (Machine Readable Zone), das Foto und die biografischen Daten. Diese Seite wird von den meisten Verfahren verlangt.
Die Visaseiten und Ein-/Ausreisestempel betreffen fast nie die gängigen Anfragen (Mietverträge, Kontoeröffnung, Anmeldung). Diese zu übermitteln, bedeutet, einen Reiseverlauf ohne legitimen Grund preiszugeben.
Zu sichtbare Daten und zu maskierende Daten
Die aktuellen Sicherheitsleitfäden stimmen in einem einfachen Prinzip überein: Nur die Informationen lesbar lassen, die für das Verfahren tatsächlich notwendig sind, und den Rest maskieren. Auf der Identitätsseite bedeutet dies in der Regel, den Namen, die Vornamen, das Geburtsdatum, die Nationalität und das Gültigkeitsdatum beizubehalten.
Die Passnummer hingegen ist nur für bestimmte konsularische oder banktechnische Formalitäten erforderlich. Bei einer saisonalen Vermietung oder einer Anmeldung für einen Online-Dienst reduziert das Maskieren der Passnummer erheblich das Risiko von Betrug. Ein undurchsichtiger Strich auf der digitalen Kopie oder eine physische Abdeckung vor der Kopie sind ausreichend.
Digitales Wasserzeichen auf der Kopie: Warum FiligraneFacile die Situation verändert
Die Übermittlung einer ungeschützten digitalen Kopie Ihres Passes entspricht der Bereitstellung einer unendlich wiederverwendbaren Datei. Der französische öffentliche Dienst FiligraneFacile ermöglicht es, ein digitales Wasserzeichen auf das Dokument vor dem Versand anzubringen.
Das Wasserzeichen überlagert den Namen des Empfängers, das Datum und den Grund der Übermittlung. Das Dokument bleibt perfekt lesbar, aber jeder Versuch der Wiederverwendung für ein anderes Verfahren wird erkennbar. Im Falle eines Lecks ermöglicht das Wasserzeichen, die Quelle zurückzuverfolgen.
Best Practices für das Wasserzeichen
- Das Wasserzeichen in Großbuchstaben mit dem genauen Namen des Empfängers und dem Datum des Tages verfassen, zum Beispiel: „ÜBERGEBEN AN AGENTUR X AM 08/08/2026 – EINMALIGE NUTZUNG“.
- Den Text diagonal über die gesamte Seite positionieren, um ein partielles Zuschneiden zu verhindern, das die Erwähnung entfernen würde.
- Eine ausreichende Opazität wählen, damit das Wasserzeichen auch nach dem Drucken oder Screenshots sichtbar bleibt, ohne das Dokument unleserlich zu machen.
- Eine Kopie der gesendeten wasserzeichenhaften Datei aufbewahren, um nachweisen zu können, welches Dokument übermittelt wurde und an wen.
Diese einfache Gewohnheit macht die Passkopie erheblich weniger verwertbar im Falle eines Missbrauchs.
Digitalisierte Kopie oder Papierkopie: Welches Format für welche Sicherheit
Der in den letzten Jahren beobachtete Trend favorisiert die sichere Digitalisierung gegenüber der klassischen Papierkopie. Eine passwortgeschützte PDF-Datei, die über eine verschlüsselte Plattform übertragen wird, bietet ein viel höheres Maß an Kontrolle als ein Blatt, das in einer physischen Akte belassen wird.
Die Papierkopie bleibt nur für persönliche Verfahren relevant, bei denen der Agent das Original überprüft und die Kopie in einer gerahmten Akte aufbewahrt. Für alle Fernsendungen ist das digitale Format mit Wasserzeichen und Zugangsschutz vorzuziehen.
Einmaliger Identitätsnachweis
Die Anwendung France Identité bietet nun die Möglichkeit, einen einmaligen digitalen Identitätsnachweis zu erstellen. Dieses System ermöglicht es, die Identität nachzuweisen, ohne eine Passkopie zu übermitteln, wodurch das Risiko einer unbegrenzten Aufbewahrung des Dokuments durch den Empfänger entfällt. Wenn der anfordernde Dienst dies akzeptiert, stellt diese Lösung die sicherste Alternative dar.

Die Passkopie sollte niemals eine automatische Handlung sein. Die rechtliche Grundlage der Anfrage überprüfen, die übermittelten Daten auf das wirklich Notwendige beschränken, ein namentliches Wasserzeichen anbringen und geschützte digitale Formate bevorzugen, sind die vier Reflexe, die eine kontrollierte Vorgehensweise von einer unnötigen Offenlegung Ihrer Identitätsdaten trennen.